Sonntag, 18. Mai 2014

Momente.

Aus blau wird grau. Die Sonne verschwindet, und der Himmel verdunkelt sich. Der Himmel wird dunkler, und mit ihm die Gedanken. 

Schlaflose Nächte, und um einen Gedanken, die sich um nichts drehen. Ein ewigdrehendes Gedankenkarussell, ohne Sinn, ohne Ziel. 

Dienstag, 28. Januar 2014

Halt so 'ne Art Tagebuch.

"Leben heißt Krieg, du hast ihn verloren!", schreien die Dämonen aus den Trümmern der verbleibenden Ruinen. Schemenhafte Umrisse dessen, was mal ein Schloss darstellen sollte. Wer höher steigt, fällt auch tiefer. Beim Aufschlag bricht man sich dann das Genick oder man ist wie paralysiert, unfähig, zu handeln. 

"Überleben kannst du nicht!", schreien sie, und sie haben recht. Schon leben und überleben sind zwei verschiedene Dinge. Viele leben nicht, sie überleben nur, aber sie sind zumindest dazu fähig. Und wer nicht in der Lage ist, zu überleben, kann erst recht nicht leben. Ich sterbe eher. 

Mittwoch, 15. Januar 2014

Weinende Clowns.

Lächelnd steht er da.
Lässt sich begaffen.
Lässt sich auslachen.
Lässt sich mit Torten bewerfen.
Der Clown lächelt.

Grinsend steht er da.
Lässt sich ausbuhen.
Lässt sich treten.
Lässt sich in Planschbecken werfen.
Der Clown lächelt.
Der Clown lacht.
Die Menge lacht ihn aus.

Und nach der Vorstellung?
Der Clown weint.
Die Fassade bröckelt.
Das falsche Lächeln läuft ihm über das Gesicht.
Weinend steht er da.

Er murmelt: 
"Ihr habt mich ständig ausgelacht.
Habt darüber nicht nachgedacht. 
Ihr macht nur das, was euch gefällt.
So ist die große, dumme Welt."

Der Clown lächelt nicht mehr.
Bis zum nächsten Tag.
Die Show muss weitergehen.



Montag, 6. Januar 2014

Epigramm: Herbst.

Im Herbst sprach der Baum einst zum gefallenen Blatt:
Wohl dem, der jetzt noch Heimat hat!

Dienstag, 30. April 2013

Ikarus.

Und wir steigen hoch hinaus,
aus dem goldenen Käfig,
der Freiheit heißt.

Unendlich,

aber beengt.

Und wir flogen hoch.

Und fielen tief.

Ikarus.


Wir stiegen...

...um zu fallen.

Verbrannten uns an unseren eigenen Flügeln,

die durch flammende Sehnsucht
und dem Verlangen nach Freiheit
Feuer fingen.

Ikarus.


Und so stürzten wir ab.

Kopfüber,
in die rauchenden Trümmer
der begrenzten Freiheit,
die sich die ganze Zeit
in ihrem goldenen Käfig befand,
und selber nie erfuhr,
wie es ist,
unbegrenzt frei zu sein.

Ikarus.


Montag, 4. Februar 2013

Die Vergessenen.

Der Wind weht.
Pfeift dabei.
Zerstört die Stille.
Zerstört die letzten Zeichen unserer Existenz.
Zeigt uns, wer wir sind: Die Vergessenen.
Existent, aber doch nicht lebend.
Anwesend, aber doch nicht hier.
Alleine.
Auch unter vielen.
Zu zweit alleine.
Auch zu dritt.
Oft verflucht.
Auch wir Vergessenen hinterlassen Spuren.
Wir reden, doch man hört uns nicht.
Wir existieren, doch man sieht uns nicht.
Wir zerstören.
Wir verletzen.
Oft verflucht.
Übersehen.
Der unsichtbare Dreck an den Schuhen der Gesellschaft.
Oft verflucht.
Übersehen.
Die Vergessenen.

Liebe.

Liebe.
Geht schneller, als sie entsteht. 
Nicht jeder kommt in den Genuss von ihr.
Doch jeder braucht sie.
Liebe.
Startet gut.
Endet schmerzhaft.
Ist nah, doch unerreichbar.
Liebe.
Sieht man nicht.
Unbegreiflich.
Jagt man ihr nach, verschwindet sie.
Zerfällt oft zu Staub.
Wird zu Hass.
Bringt oft den Tod.
Liebe - eine Leidenschaft, die Leiden schafft. 

Sinn des Lebens.

Wohl jeder hat sich schon mal darüber Gedanken gemacht, was der Sinn des Lebens ist. Nun, die Antwort darauf ist meiner Meinung nach viel einfacher, als man denkt. Wenn man davon ausgeht, dass der dieser Sinn für alle Lebewesen gleich ist, gibt es nur eine richtige Möglichkeit: Der Tod. Nur ihn haben alle Lebewesen gemeinsam. Ohne den Tod wäre das Leben sinnlos. Man könnte für nichts mehr leben. Er ist der ständige Begleiter auf einem steinigen Weg, immer anwesend, auch wenn man nicht an ihn denkt. 

Zu Weihnachten: Maskenball.

Weihnachten.
Fest der Liebe.Fest der Masken.Aufgesetzte Fröhlichkeit. Paradox.Verwirrend.Ist das Fest der Liebe unecht?Jeder scheint glücklich. Doch was ist real?Das Meiste nicht.Nichts ist, wie es scheint.Der vermeintliche Friede ist surreal.In den Köpfen herrscht Krieg.Doch die Fassade bröckelt nicht.Sie hält.Sitzt aufrecht.Das Fest der Liebe ist doch nur ein Maskenball.

Dienstag, 11. Dezember 2012

Ralph Ellison - Der unsichtbare Mensch

"Ich bin ein wirklicher Mensch, aus Fleisch und Knochen, aus Nerven und Flüssigkeit - und man könnte vielleicht sogar sagen, dass ich Verstand habe. Aber trotzdem bin ich unsichtbar - weil man mich einfach nicht sehen will. Wer sich mir nähert, sieht nur meine Umgebung, sich selbst oder die Produkte seiner Phantasie - ja, alles sieht er, alles, nur mich nicht."